ZAHLTAG
Werk- & Themenausstellung der GEDOK S-H
38 Positionen von Künstlerinnen
Ausstellungsdauer: 02. bis 17. Juli und 28. August 2026
Kultur- und Kommunikationszentrum Bunker-D
Schwentinestraße 11, 24149 Kiel
Die Sparte Bildende Kunst der GEDOK-Regionalgruppe Schleswig-Holstein zeigt zum 100-jährigen
GEDOK Jubiläum 2026 im Bunker-D Kiel eine Werk- und Themenausstellung, die einen Überblick
künstlerischer Positionen aus dem gesamten Landesgebiet Schleswig-Holstein gibt.
Das Thema der Ausstellung bezieht sich unmittelbar auf den Ausstellungsort, der in diesem Jahr ebenfalls
ein 20-jähriges Jubiläum feiert, und hat seinen Ursprung in einer schwarz-weiß Fotografie, welche den
Zahltag der Howaldtswerke vor dem damaligen Bunker (heutiger Kulturzentrum Bunker-D) zeigt, an dem
Frauen das Gehalt ihrer Männer in Lohntüten entgegennehmen.
Die Galerie ist montags bis freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr und mittwochs von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
Während der Museumsnacht am 28. August 2026 ist die Ausstellung von 19.00 bis 24.00 Uhr geöffnet.
DIE ILLUSION VOM ICH
Ausstellung im KUNSTRAUM B
Ausstellungsdauer: 7.April - 1. Mai 2026
Im Zentrum der Installation stehen Systeme, die das menschliche Leben prägen – die zwar unsichtbar aber konsequent und wirkmächtig hinter der scheinbaren Selbstverständlichkeit des Alltags operieren.
Kirsten Piper spürt so gemeinschaftlichen und individuellen Ordnungen nach und übersetzt diese mit unterschiedlichsten Materialien in räumliche Strukturen.
Dabei verweist sie auf kollektive Muster, die Individuen miteinander verbinden.
In diesem Spannungsverhältnis wird sichtbar, wie sich Individualität innerhalb solcher Zusammenhänge entfaltet
und zugleich von ihnen geformt wird.
Das ICH, das oft als stabile Einheit empfunden wird, entlarvt die Künstlerin hierbei ebenfalls als Gefüge,
das sich im Zusammenspiel verschiedener Systeme ständig neu formt und formen lässt.
Text Dr. Susanne Schwertfeger
Einführungsredner Jens Martin Neumann und sein Text zu meiner Arbeit "Archetypus I-III"
Schon um 1960 etwa hat die Malerei und Skulptur ja begonnen, sich von Rahmen und Sockel zu lösen und als ortsbezogene Installation in den Raum auszugreifen und Kirsten Piper schöpft für ihre Rauminstallation
Archetypus I-III sozusagen aus dem riesigen Pool trivialer populärer Alltagsklischees idealer Topidole archaischer
Geschichten mesoamerikanischer, fernöstlicher Götterwelten, also sie ruft im Grunde alle bekannten kollektiven Bilder von uns ab, die als Tatoos, als Sticker oder als Majafigur schon inhaltlich, schon bildlich formuliert sind und
das Ganze ergibt so eine individuelle Mythologie, die den dargestellten Dingen sozusagen eine zeichenhafte Symbolik verleiht und im Raum entwickelt sich das Ganze zu einer richtungslos flutenden Bewegung, zu einer wabernden Neuordnung und Formenübermittlung in einer buntfarbigen Transparenz, in der eine begehbare Bildhaftigkeit herrscht.